Kongresspräsidentin Maier: Mut zu neuen Wegen

Düsseldorf, 10. November 2016 – „Wenn wir die Zukunft unserer Krankenhäuser tatsächlich nachhaltig sichern wollen, müssen wir zeitnah verlässliche, am tatsächlichen Bedarf orientierte Lösungen finden“, erklärte Irene Maier, Kongresspräsidentin des 39. Deutschen Krankenhaustages, heute bei der Vorstellung des aktuellen Kongressprogramms in Düsseldorf. Im Hinblick auf die Betriebskostenfinanzierung seien der mit dem Krankenhausstrukturgesetz eingeführte Pflegezuschlag, die Tarifausgleichsrate und das Förderprogramm für Pflegestellen und Hygiene wichtige Voraussetzungen dafür, dass Mitarbeiter fair bezahlt und dringend benötigte zusätzliche Fachkräfte eingestellt werden können. „Praktisch werden diese Regelungen jedoch immer wieder konterkariert, indem Entscheidungen von Kostenträgern hinausgezögert oder in der Umsetzung so abgeändert werden, dass das veranschlagte Budget nicht bei den Krankenhäusern ankommt. Das betrifft insbesondere Zentrumszuschläge, Hochschulambulanzen und die stationäre Notfallversorgung“, erklärte die diesjährige Kongresspräsidentin.

Maier, zugleich Pflegedirektorin des Universitätsklinikums Essen, bezeichnete das Pflegeberufegesetz als eine wichtige Maßnahme zur Personalsicherung. Das Gesetz sei ein wirksames Instrument gegen den Fachkräftemangel. Die Möglichkeit, im Laufe des Berufslebens innerhalb der pflegerischen Tätigkeitsfelder zu wechseln, steigere nachweislich die Attraktivität des Berufsbildes Pflege. „Denn: Ohne gut ausgebildete Pflegefachpersonen ist eine hochqualitative Patientenversorgung nicht möglich“, machte Maier deutlich. Der im Gesetzentwurf verankerte generalistische Ansatz bereite die Pflegenden adäquat auf die komplexen Anforderungen im stationären, interdisziplinär geprägten Versorgungsalltag vor. Sie appellierte an die Politik, das Pflegeberufegesetz nicht untergehen zu lassen. „Es geht um die Gestaltung der Zukunft. Dazu müssen wir Mut haben, auch neue Wege zu gehen“, forderte die Essener Pflegedirektorin.

Ganz in diesem Sinne lautet das Generalthema des diesjährigen Deutschen Krankenhaustages „Zukunft gestalten“. Er findet vom 14. bis 17. November 2016 im Rahmen der weltweit größten Medizinmesse MEDICA in Düsseldorf statt.

Der 39. Deutsche Krankenhaustag bietet den Besuchern zahlreiche gesundheitspolitische und praxisorientierte Veranstaltungen: Das Spektrum reicht von Qualitätsanforderungen und Krankenhausplanung, Pflege, IT-Einsatz im Krankenhaus, Patientenzufriedenheit, Betriebskostenfinanzierung bis hin zur zentralen Problematik der Investitionsfinanzierung. Interessante Diskussionen und Vorträge sind auch im Zusammenhang mit dem aktuellen Umsetzungsstand der Krankenhausreform zu erwarten. Die Schwerpunktveranstaltung „Krankenhausstrukturgesetz: Umsetzungs-Monitoring“ wird den Stand im Bereich der Qualitätsoffensive und der Finanzierungsvorgaben der Klinikreform überprüfen.

Ein weiteres Highlight ist das Krankenhaus-Träger-Forum. Dort werden zentrale Themen wie der reale Investitionsbedarf, die Anforderungen an demographiefeste Kliniken und kultursensible Krankenhäuser aus dem Blickwinkel der Patienten und der Krankenhausträger diskutiert.

Dialog und Patientenzufriedenheit im Krankenhausalltag stehen auf der Fachtagung des neu gegründeten Bundesverbandes der Patientenfürsprecher in Krankenhäusern (BPiK) auf dem Programm. Karl-Josef Laumann, Patientenbeauftragter und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, unterstreicht durch seine Mitwirkung bei dieser Veranstaltung die besondere Bedeutung der Patientenfürsprecher für Patienten und Klinikpersonal.

Die Umsetzung des Pflegeberufegesetzes im Krankenhaus steht  im Forum „Pflege im Krankenhaus“ im Mittelpunkt der Diskussionen. Dabei werden unter anderem Themen wie die bedarfsgerechte Personalfinanzierung, Ausstattung und Personalschlüssel erörtert.

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2017-09-07T16:06:29+00:00